Die pädagogische Bedeutung der "Offenen Arbeit"


Unsere Kindertagesstätte bietet ihren Kindern einen Entwicklungsrahmen, der zu einem Selbstwerden in vielfältigen Lebensbezügen verhilft.

"Das Kleinkind weiß, was das Beste für es ist. Lasst uns selbstverständlich darüber wachen, dass es keinen Schaden erleidet. Aber statt es unsere Wege zu lehren, lasst uns ihm Freiheit geben, sein eigenes kleines Leben nach seiner eigenen Weise zu leben. Dann werden wir, wenn wir gut beobachten, vielleicht etwas über die Wege der Kindheit lernen." (Maria Montessori)

In unserer evangelischen Kindertagesstätte wird nach dem "Offenen Konzept" gearbeitet.
 

Was heißt die "offene Kindertagesstätte"?

Die Öffnung der Gruppen bedeutet, dass der Entscheidungsraum ihrer Kinder erweitert und ihnen die Möglichkeit zur Eigenverantwortlichkeit, sowie zur Entscheidungsfreiheit gewährleistet wird. Kinder können mit mehr Eigenständigkeit ihre Ich-, Wir- und Sachkompetenz ausbilden und gleichzeitig zu ihrer individuellen Weiterentwicklung finden.

Die "Offene Arbeit" sieht es vor, dass ihr Kind "Akteur seiner Entwicklung" ist. Dies bedeutet, dass sich Kinder ihren Interessensbereich selbst setzen und demnach Impulse von Seiten der Erzieherinnen annehmen und produktiv umsetzen. Durch angeleitete Angebote können ihre Kinder ihren Erfahrungs- und Wissensschatz erweitern und ausreifen. Die "Glitzergruppe", das Treffen in altersgleichen festen Gruppen, bleibt hierbei als wichtiger Bezugsort erhalten. Sie dient gleichzeitig als sicherer Ausgangspunkt für die Entdeckung der Umgebung und der kindlichen Fähigkeiten.

Die religionspädagogische Arbeit und gemeindepädagogischen Ansätze werden weiter erlebt und die Vernetzung der Angebote für Kinder und Familien in unserer Kirchengemeinde gepflegt.

Hauptziele im Rahmen der "Offenen Arbeit" stellen Solidarität in Bezug auf die Gruppe  (Zusammengehörigkeit, Gemeinschaft), Autonomie (Selbständigkeit, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit) sowie die soziale Kompetenz, um Lebenssituationen eigenständig bewältigen zu können, dar. Wir achten in diesem Zusammenhang verstärkt darauf, dass ihr Kind als Individuum gesehen wird. Ihr Kind wird mit seinen Stärken und Schwächen akzeptiert und individuell gefördert. Hierbei ist die einhergehende Beobachtung, die in diesem Kontext von großer Bedeutung ist, als eine zentrale Angelegenheit im Rahmen der "Offenen Arbeit" zu sehen. Beobachtungen und Dokumentationen, die im Geschehen des Handlungsalltags ihrer Kinder angefertigt werden, sind daher von großer Bedeutung, um den jeweiligen Entwicklungsstand ihres Kindes festzustellen und festzuhalten.

Es wird mehr Zeit für selbst geleitetes Spiel- mehr Freispiel ermöglicht. Ihre Kinder handeln in der Kindertagesstätte selbständig aktiv und aus eigener Motivation heraus. Im Hinblick auf die "Offene Arbeit" ist zu erwähnen, dass der Situationsansatz eine große und entscheidende Rolle spielt.

Meist entwickelt sich ein neues Projekt aus einer beobachtbaren Situation heraus, welches von Seiten der Erzieherin aufgegriffen und erarbeitet wird. Beispielsweise interessiert sich ein Kind sichtlich für einen kleinen Schmetterling, der auf der Kindergartenmauer  zu finden ist. Das Kind kommt zu einer Erzieherin und fragt woher dieser kommt. Die Erzieherin stellt, von Anfang an, eine Beziehung zu dem betreffenden Kind her und gibt diesem Antworten auf seine gestellten Fragen. Dadurch kann die Erzieherin im Rahmen der Glitzerstunde gezielt reagieren und ein Projekt anbieten: "Tiere des Frühlings…"

Der Situationsansatz wird durch zwei Säulen gestützt. Zum Einen spricht man von der Selbststeuerung, die das Kind befähigt eigene Erfahrungen zu sammeln und sich über einen Interessensbereich eigenverantwortlich zu erkundigen und zum Anderen spricht man von der so genannten Projektarbeit, die ein strukturiertes und situationsorientiertes Lernen über einen längeren Zeitraum in einer bestehenden Gruppe voraussetzt.

Ihre Kinder brauchen unsere liebevolle Anwesenheit und fürsorgliche Achtsamkeit, sowie unsere Zurückhaltung und das Vertrauen in ihre Eigenkräfte, welches die "Offene Arbeit" gleichzeitig verinnerlicht. Es findet eine Balance statt zwischen Kindern Halt geben, Kinder loslassen und Kindern Orientierung geben.

Den Erzieherinnen ist es ein großes Bedürfnis sich an den Eignungen, Neigungen und Interessen ihrer Kinder zu orientieren und ihnen einen gewissen Grad der Partizipation zuzugestehen. Dieses Partizipationsverständnis befähigt ihre Kinder maßgeblich als aktive Gestalter und Akteure ihre Umwelt zu beeinflussen. Diese Art der Mitarbeit ermöglicht uns ihre Kinder zu Selbständigkeit und eigenverantwortlichem Handeln zu erziehen. Ihre Kinder haben die Gelegenheit sich während der Freispielzeit zwischen Funktionsräumen, die den Aktionismus der Kinder ansprechen, zu entscheiden. Die Gestaltung der Räume wurde in ihrem Aufforderungscharakter den Bedürfnissen ihrer Kinder angepasst. Sie bieten vielerlei Chancen sich zu erproben und zu experimentieren.

Durch die Erweiterung der Spielmöglichkeiten werden ihren Kindern unterschiedliche Lernfelder offen dargelegt, die ihnen den Anreiz des Experimentierens, sowie des praktischen Erarbeitens von Lösungsvarianten für das spätere Leben innerhalb der Gesellschaft bieten.
 

Ihre Kinder finden in unserer evangelischen Kindertagesstätte eine Umgebung:

  • die einen Aufforderungscharakter aufweist und gezielte Angebote setzt, welche die Entwicklung und Bildung ihres Kindes unterstützt,
  • die Kreativität zulässt und zu kreativem Handeln auffordert. (Um Vorgänge zu planen, Situationen zu durchschauen, Probleme zu lösen, ist Kreativität notwendig; sie darf sich also nicht auf den werkschaffenden Bereich beschränken.)
  • mit religionspädagogischen Angeboten, um das Leben von Jesus kennen zu lernen und den Glauben an Gott zu pflegen,
  • die es ermöglicht und unterstützt Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen aufzubauen,
  • die dem Drang nach grobmotorischer Bewegung nachkommt, in der über den gesamten Körper, über alle Sinne Erfahrungen gemacht werden können,
    die Rückzugsmöglichkeiten bietet,
  • in der Schwächen nicht herausgestellt werden, sondern Stärken entwickelt werden können,
  • die es zulässt, sich zu zeigen, sich darzustellen

 
Unsere Kindertagesstätte bietet ihren Kindern viele Möglichkeiten, damit sie sich frei entfalten können, wobei sie bestimmte Grenzen und Regeln, die in unserer Einrichtung für alle gelten, einhalten müssen.
 

Wir bieten ihren Kindern einen Ort…

  • der sozialen Begegnungen und des sozialen Lernens,
  • der bewussten Erfahrung von Religion, Normen, Regeln, Absprachen und Werten
  • zur Vermittlung von Bildung und Sachverhalten
  • der Sinneswahrnehmung "Schulung der Sinne"
  • der Kommunikation "Spracherziehung, Pflege der Wortkultur"
  • der kognitiven Entwicklung (Fähigkeiten etwas neu zu erlernen,
  • aufzunehmen und selbständig anzuwenden),
  • der Bewegung und Aktivität ( Gesundheitsförderung)
  • der Entwicklungsförderung
  • der Selbstentscheidung und Mitbestimmung,
  • der Verbindung von Lust und Leistung

 
 

Durch unsere Zielsetzung bieten wir ihrem Kind die Möglichkeit "Baumeister seiner selbst" zu sein.
(Maria Montessori)